Attaqo

Evenepoel Überwindet Das Chaos Und Wird Zum König Von San Sebastián

01 Aug 2026

Remco Evenepoel hat ein neues Kapitel in der Geschichte der Clásica San Sebastián geschrieben. Der Belgier besiegte Richard Carapaz in einem Sprint zu zweit auf dem Boulevard von Donostia und holte seinen vierten Sieg bei dem baskischen Klassiker. Damit ist er nun der erfolgreichste Fahrer in der Geschichte des Rennens.

Sein Triumph verlief keineswegs problemlos. Ein Defekt kurz vor der entscheidenden Rennphase zwang Evenepoel zu einem Radwechsel, genau als Lidl-Trek das Tempo erhöhte. Er begann den schwierigen Anstieg zum Erlaitz mit mehr als 30 Sekunden Rückstand auf die Spitzengruppe und schien seine Chance auf den Sieg zu verlieren.

Giulio Pellizzari ließ sich zurückfallen, um seinem Kapitän von Red Bull-Bora-Hansgrohe bei der Verfolgung zu helfen. Während die Favoriten vorne weiter angriffen, begrenzte Evenepoel am Anstieg seinen Rückstand. Nach dem Gipfel profitierte er von der fehlenden Zusammenarbeit in der Spitze und schloss 32 Kilometer vor dem Ziel zu einer Gruppe von rund 20 Fahrern auf.

Nach einer kurzen Erholung auf dem Weg zum letzten Anstieg griff Evenepoel am Murgil-Tontorra an, der über 2,1 Kilometer durchschnittlich 10,1 Prozent steil ist. Richard Carapaz war der einzige Fahrer, der seiner Beschleunigung rund acht Kilometer vor dem Ziel folgen konnte. Das Duo fuhr sofort einen entscheidenden Vorsprung heraus und erreichte San Sebastián gemeinsam.

Carapaz eröffnete den Sprint von der ersten Position, doch Evenepoel wartete geduldig und nutzte auf den letzten Metern seine höhere Endgeschwindigkeit. Ben Tulett führte die Verfolger 29 Sekunden später ins Ziel und komplettierte vor Christian Scaroni und Pello Bilbao das Podium.

Evenepoel bewältigte die 221,1 Kilometer und mehr als 4.150 Höhenmeter in 5 Stunden, 23 Minuten und 10 Sekunden. Nach seinen Erfolgen 2019, 2022 und 2023 zieht er mit der vierten Txapela an Marino Lejarreta vorbei und steht nun allein an der Spitze der ewigen Bestenliste. Nur sechs Tage nach seinem zweiten Platz bei der Tour de France kehrt der Belgier mit einem Rekordsieg zu den Eintagesrennen zurück.