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Ventoux, Das Zeitfahren In Dijon Und Nizza Versprechen Eine Tour Ohne Pause

29 Jul 2026

Die Tour de France Femmes 2026 bietet weit mehr als nur ein Duell am Mont Ventoux. Vom 1. bis 9. August stehen zwischen Lausanne und Nizza neun Etappen, 1.175 Kilometer und der Rekordwert von 18.795 Höhenmetern auf dem Programm. Die Strecke verbindet ein Einzelzeitfahren mit ständigem Mittelgebirge und zwei entscheidenden Tagen im Süden Frankreichs.

Bereits die Auftaktetappe ist eine Warnung. Start und Ziel liegen in Lausanne, wo ein welliger Rundkurs die ersten Abstände verursachen kann. Danach folgen zwei Tage mit Chancen für die schnellen Fahrerinnen, die jedoch nicht völlig flach sind. Wer die Schweiz ohne gute Form durchquert oder eine schlechte Position erwischt, könnte früher als erwartet einem Rückstand hinterherfahren.

Auf der vierten Etappe folgt der erste wichtige Maßstab für die Gesamtwertung: ein 21 Kilometer langes Einzelzeitfahren von Gevrey-Chambertin nach Dijon. Die 1,8 Kilometer langen und durchschnittlich 6,9% steilen Lacets de Marsannay unterbrechen einen Kurs, der nicht nur reinen Spezialistinnen liegt. Marlen Reusser ist die offensichtliche Referenz, während Demi Vollering, Pauline Ferrand-Prévot und die weiteren Favoritinnen Zeit gewinnen oder Verluste begrenzen wollen.

Nach dem Zeitfahren gibt es keinen ruhigen Übergang. Die fünfte Etappe nach Belleville-en-Beaujolais umfasst auf nur 140 Kilometern etwa 2.900 Höhenmeter und acht kategorisierte Anstiege. Der Col de Durbize und der Mont Brouilly liegen spät genug im Rennen, um Attacken zu fördern. Damit droht schon vor dem berühmtesten Berg der Rundfahrt ein Hinterhalt.

Auf der siebten Etappe feiert der Mont Ventoux sein Debüt bei der Tour de France Femmes. Die 146,8 Kilometer lange Strecke beinhaltet rund 3.500 Höhenmeter, doch im Mittelpunkt steht der Schlussanstieg von Bédoin. Der offizielle Abschnitt ist 15,7 Kilometer lang und durchschnittlich 8,8% steil. Auf den harten Beginn im Wald folgt ein völlig offenes Finale, in dem der Wind das Rennen verändern kann.

Selbst der Ventoux garantiert noch keine endgültige Entscheidung. Die Schlussetappe in Nizza ist nur 99,2 Kilometer lang, enthält aber rund 2.100 Höhenmeter und vier Überquerungen des Col d’Èze über zwei verschiedene Auffahrten. Der letzte Anstieg über den Chemin du Vinaigrier misst sechs Kilometer bei 7,6% und beinhaltet vor der Abfahrt ins Ziel eine Passage mit mehr als 12%.

Das Zeitfahren kann die Rangordnung festlegen und der Ventoux die größten Abstände schaffen. Nizza wurde jedoch so gestaltet, dass das Gelbe Trikot bis zur letzten Rennstunde angreifbar bleibt. Die Tour 2026 wird die kompletteste Fahrerin belohnen und nicht nur die beste Bergfahrerin eines einzelnen Tages.