Zwei Stürze Reißen Sepp Kuss Den Beinahe Sicheren Sieg Aus Der Hand
Sepp Kuss fehlten nur wenige Kilometer zum Sieg auf der Königsetappe der Tour de France, bevor zwei Stürze eine mögliche Feier in eines der bittersten Rennenden verwandelten. Der Fahrer von Visma-Lease a Bike lag nach seiner Attacke am Col de Sarenne allein in Führung, verlor auf dem technisch schwierigen Weg nach Alpe d’Huez jedoch zweimal die Kontrolle.
Kuss hatte sich als einer der stärksten Fahrer der 14-köpfigen Fluchtgruppe erwiesen. 17,4 Kilometer vor dem Ziel griff er an, distanzierte Richard Carapaz und Jai Hindley und erreichte den Gipfel des Sarenne mit rund 20 Sekunden Vorsprung. Aufgrund seiner Kletterform und des kurzen Schlussanstiegs schien der US-Amerikaner alles im Griff zu haben.
Der erste Sturz ereignete sich 7,1 Kilometer vor dem Ziel, als Kuss am Ausgang eines dunklen Tunnels einen hohen Bordstein traf. Er setzte das Rennen schnell fort, stürzte aber etwa zwei Kilometer später in einer schnellen, technischen Kurve erneut. Eine Betonbarriere und ein Sicherheitsnetz verhinderten, dass er den Berghang hinabstürzte.
Carapaz fuhr vorbei, während Kuss wieder aufstieg, und öffnete sofort eine Lücke. Der Amerikaner setzte das Rennen trotz beider Aufpralle fort und versuchte, den Verlust zu begrenzen. Der Rhythmus und das Vertrauen für den Sieg waren jedoch verloren.
Kuss erreichte den letzten Anstieg in der Verfolgung von Carapaz, wurde aber auf den letzten 500 Metern noch von Remco Evenepoel überholt. Er rettete dennoch den dritten Platz, 31 Sekunden hinter dem Sieger und nur fünf Sekunden hinter dem Belgier.
Unmittelbar nach dem Rennen gab es keine Hinweise auf eine schwere Verletzung. Fahrer und Team müssen die körperlichen Folgen der beiden Stürze dennoch prüfen. Das Ergebnis bleibt schmerzhaft: Fünf Jahre nach seinem letzten Tour-Etappensieg hatte Kuss die Königsetappe zum Greifen nah, bevor er sie innerhalb weniger Minuten verlor.