
Philipsen Schafft In Voiron Den Durchbruch Und Entfacht Den Kampf Um Grün
Jasper Philipsen hat bei der Tour de France 2026 endlich seine Siegesschnelligkeit gefunden. Der Sprinter von Alpecin-Premier Tech gewann die 17. Etappe in Voiron nach einem chaotischen Rennen über 174,7 Kilometer ab Chambéry. Im Sprint einer verkleinerten Spitzengruppe setzte er sich vor Mauro Schmid und Olav Kooij durch.
Der Belgier absolvierte die Etappe in 3:41:13 Stunden und überquerte die Linie mit deutlichem Vorsprung, nachdem Mathieu van der Poel ihn in eine ideale Position gebracht hatte. Lewis Askey und Rick Pluimers belegten die Plätze vier und fünf. Mads Pedersen musste sich trotz seiner auffälligen Fahrweise während des gesamten Tages mit Rang acht begnügen.
Das Ergebnis entstand keineswegs in einem gewöhnlichen Massensprint. Vier Bergwertungen innerhalb der ersten 60 Kilometer führten zu ständigen Attacken und verhinderten eine ruhige Rennsituation. Schließlich bildete sich eine hochkarätige Gruppe an der Spitze. Das Feld mit den wichtigsten Klassementfahrern verzichtete auf eine Verfolgung mit voller Geschwindigkeit und ließ eine große Auswahl um den Etappensieg kämpfen.
Pedersen gehörte zu den offensivsten Fahrern. Der Träger des Grünen Trikots schloss sich mit Ben Healy, Michal Kwiatkowski, Jasper Stuyven, Edward Planckaert und Felix Engelhardt zu einer sechsköpfigen Gruppe zusammen. Außerdem gewann er den Zwischensprint in Colombe und sammelte vor dem Finale in Voiron 25 Punkte.
Stuyven versuchte, den Sprint mit einer Soloattacke rund 21 Kilometer vor dem Ziel zu verhindern. Der Belgier erarbeitete sich einen brauchbaren Vorsprung und hielt seine Chance bis weit in das Finale hinein aufrecht. Die Zusammenarbeit der Verfolger verkleinerte den Abstand jedoch schrittweise. Nur drei Kilometer vor dem Ziel wurde er eingeholt, wodurch die schnellen Fahrer erneut ihre Möglichkeit erhielten.
Philipsen nutzte anschließend die Arbeit von Alpecin perfekt. Er eröffnete seinen Sprint im richtigen Moment und gewann mit ungefähr zwei Fahrradlängen Vorsprung. Nach mehreren schwierigen und frustrierenden Tagen war es sein erster Sieg bei dieser Tour. Der Erfolg verändert auch die Punktewertung: Pedersen behält das Grüne Trikot, liegt aber nur noch sieben Punkte vor Philipsen.
Die spanischen Fahrer waren in der Spitzengruppe deutlich vertreten. Abel Balderstone erzielte als 15. zeitgleich mit dem Sieger das beste spanische Ergebnis. Raúl García Pierna belegte zwei Plätze dahinter Rang 17. Pablo Castrillo gehörte erneut zu den offensivsten Fahrern. Nach einem langen Tag in den vorderen Gruppen griff der Movistar-Profi etwa vier Kilometer vor dem Ziel an, um dem Sprint zuvorzukommen. Seine Attacke wurde neutralisiert. Schließlich wurde er mit 27 Sekunden Rückstand auf Philipsen 29.
Juan Ayuso blieb sicher in der Gruppe der Gesamtklassementfahrer, die 8:46 Minuten nach dem Sieger das Ziel erreichte. Tadej Pogačar, Remco Evenepoel, Isaac del Toro, Paul Seixas, Ayuso und Mattias Skjelmose erhielten dieselbe Zeit. Damit gab es auf den vorderen Plätzen der Gesamtwertung keine Veränderungen.
Pogačar trägt das Gelbe Trikot weiterhin mit 4:32 Minuten Vorsprung auf Evenepoel. Del Toro liegt mit 6:51 Minuten Rückstand auf Rang drei, Seixas mit 7:11 Minuten auf Platz vier und Ayuso mit 9:22 Minuten auf Rang fünf. Skjelmose liegt nur 52 Sekunden hinter seinem spanischen Teamkollegen. Damit bleibt das interne Duell bei Lidl-Trek vor den entscheidenden Bergen offen.
Am Donnerstag kehrt die Tour mit 185,2 Kilometern von Voiron zur Bergankunft in Orcières-Merlette in die Anstiege zurück. Nach einem Tag für Sprinter und Ausreißerspezialisten rückt der Kampf um das Podium wieder in den Mittelpunkt.