Pogačar Und Vingegaard Nachts Für Überraschende Dopingkontrollen Geweckt
Tadej Pogačar und Jonas Vingegaard wurden in der Nacht vor der Tour-de-France-Etappe zum Plateau de Solaison unerwartet gestört. Die beiden Führenden der Gesamtwertung mussten sich nur wenige Stunden vor einem der schwersten Bergtage des Rennens überraschenden Dopingkontrollen unterziehen.
Vingegaard erklärte, dass die Kontrolleure gegen 02:00 Uhr in seinem Hotel erschienen seien. Pogačar wurde nach den am Sonntagmorgen veröffentlichten Berichten gegen 05:00 Uhr einem ähnlichen Test unterzogen. Die Maßnahmen waren Teil des Anti-Doping-Programms der Tour, doch ihr Zeitpunkt löste sofort eine Diskussion über Schlaf und Erholung der Fahrer aus.
Der Däne stellte klar, dass er Dopingkontrollen befürwortet. Er hinterfragte jedoch die Entscheidung, sie mitten in der Nacht durchzuführen. Seine Kritik richtete sich nicht gegen den Test selbst, sondern gegen die möglichen Auswirkungen einer solchen Unterbrechung auf Erholung und Leistung. Auch Visma-Lease a Bike und UAE Team Emirates-XRG äußerten Unzufriedenheit über die Störung ihrer Kapitäne zwischen zwei aufeinanderfolgenden Bergetappen.
Der Vorfall ereignete sich nach einem besonders anspruchsvollen Tag in Le Markstein. Anschließend mussten die Teams rund zwei Stunden zum nächsten Standort fahren, bevor die Fahrer mit ihrer Erholung beginnen konnten. Vor weiteren 183,9 Kilometern und der steilen Bergankunft am Plateau de Solaison gewann jede Stunde Schlaf zusätzliche Bedeutung.
Es wurde weder ein positiver Test noch ein auffälliges Ergebnis oder ein Dopingvorwurf gegen einen der beiden Fahrer gemeldet. Eine unangekündigte Kontrolle bedeutet für sich allein weder einen Verdacht noch einen Regelverstoß. Tests können anhand der sportlichen Leistungen, der Daten des biologischen Passes und weiterer Erkenntnisse der zuständigen Stellen gezielt angesetzt werden.
Die International Testing Agency setzt bei der Tour das Anti-Doping-Programm der UCI um. Für die Ausgabe 2026 sind während des Rennens rund 600 Proben vorgesehen. Hinzu kommen mehr als 360 Kontrollen außerhalb des Wettkampfs, die im Monat vor dem Start bei potenziellen Tour-Teilnehmern durchgeführt wurden. Auch der Träger des Gelben Trikots und jeder Etappensieger werden im Rahmen des üblichen Protokolls getestet.
Im Mittelpunkt der Kontroverse steht daher das Gleichgewicht zwischen konsequenter Dopingbekämpfung und dem Schutz der Regeneration der Athleten. Kaum jemand im Peloton bestreitet die Bedeutung unvorhersehbarer Kontrollen. Die beiden wichtigsten Tour-Favoriten vor einer entscheidenden Bergetappe um 02:00 beziehungsweise 05:00 Uhr zu wecken, wirft jedoch die Frage auf, ob sich dasselbe Ziel zu einer weniger belastenden Uhrzeit erreichen ließe.