Pidcock holt XCO-WM-Titel nach spektakulärer Aufholjagd
Tom Pidcock ist nach einer überragenden Vorstellung in Val di Sole zum zweiten Mal Elite-Weltmeister im olympischen Cross-Country. Aus der fünften Startreihe kämpfte sich der Brite durch fast das gesamte Feld und gewann nach 1:25:26 allein.
Nach der kurzen Startrunde lag Pidcock im Verkehr nur etwa auf Rang 32, weit hinter der Spitze auf einem engen Kurs mit wenigen Überholmöglichkeiten. Zu Beginn der zweiten Runde war er jedoch bereits Neunter. Adrien Boichis führte mit Charlie Aldridge, Martín Vidaurre und Cole Punchard, während der zweifache Olympiasieger den Abstand stetig verkürzte.
Trotz zweier kleiner technischer Fehler erreichte Pidcock vor Rennhälfte die Spitze und wechselte sofort vom Verfolger zum Angreifer. Seine entscheidende Beschleunigung kam am ersten Anstieg der sechsten Runde. Zuerst verloren Punchard und Boichis den Anschluss, danach Vidaurre. Aldridge blieb als letzter Rivale und ging in der 4X-Abfahrt kurz vorbei, doch Pidcock konterte am nächsten großen Anstieg und begann die Schlussrunde mit neun Sekunden Vorsprung.
Am ersten Zwischenpunkt wuchs der Abstand auf 18 Sekunden. Pidcock fuhr fehlerfrei ins Ziel, Aldridge vollendete 17 Sekunden später den britischen Doppelsieg und der Kanadier Punchard holte mit 31 Sekunden Rückstand Bronze. Vidaurre wurde Vierter, Boichis Fünfter.
Mathieu van der Poels Rennen verlief völlig anders. Auch er steckte am Start um Rang 30 fest, schaffte aber keine Aufholjagd und wurde mit 4:40 Rückstand Dreißigster. Das XCO-Regenbogentrikot bleibt der große fehlende WM-Titel seiner Sammlung. Der Spanier Jofre Cullell belegte Rang 17, Titelverteidiger Alan Hatherly Rang 43.
Pidcock erobert den erstmals 2023 gewonnenen Titel zurück und ergänzt zwei olympische MTB-Goldmedaillen, Cyclocross-WM-Titel und große Straßensiege. Seine Leistung zeigte erneut, wie er zwischen Disziplinen wechseln und selbst nach einem scheinbar katastrophalen Start dominieren kann.