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Le Lioran könnte das Duell Pogačar gegen Vingegaard nach dem Ruhetag neu entfachen

13 Jul 2026

Die Tour de France wird nach dem ersten Ruhetag mit einer Etappe fortgesetzt, die jede Schwäche sichtbar machen kann. Am Dienstag, dem 14. Juli, legt das Peloton auf dem anspruchsvollen Weg von Aurillac nach Le Lioran 166,6 Kilometer und sieben kategorisierte Anstiege im Zentralmassiv zurück.

Tadej Pogačar startet im Gelben Trikot und mit einem Vorsprung von 2:42 Minuten auf Jonas Vingegaard. Dieser Abstand erlaubt dem Slowenen eine kontrollierte Fahrweise, doch das Gelände bietet Visma | Lease a Bike mehrere Möglichkeiten, den Spitzenreiter und seine Helfer von UAE Emirates-XRG unter Druck zu setzen. Die ständige Abfolge von Anstiegen und Abfahrten könnte das Rennen deutlich stärker auseinanderziehen, als es die Distanz vermuten lässt.

Die entscheidende Auswahl dürfte auf den letzten 50 Kilometern beginnen. Nach der Côte de Murat wartet der Puy Mary-Pas de Peyrol, ein 7,8 Kilometer langer Anstieg der ersten Kategorie mit durchschnittlich 6%. Wechselnde Steigungen und offene Straßen läuten dort die entscheidende Phase ein, bevor es in einer schnellen Abfahrt zum Col de Pertus geht.

Der Pertus ist das explosivste Hindernis des Tages: 4,4 Kilometer mit durchschnittlich 8,5%, der Gipfel liegt nur 14,5 Kilometer vor dem Ziel. Eine entschlossene Attacke könnte sofort Abstände schaffen, während die folgende Abfahrt Mut und technische Fähigkeiten gleichermaßen belohnt. Am Col de Font de Cère, 3,1 Kilometer bei 5,8%, bietet sich die letzte Gelegenheit zum Angriff, bevor die kurze Fahrt ins Ziel von Le Lioran beginnt.

Der Zielort besitzt in der Rivalität der beiden dominierenden Tour-Fahrer eine besondere Bedeutung. 2024 griff Pogačar auf denselben Straßen an, doch Vingegaard holte ihn wieder ein und besiegte ihn anschließend im Sprint von Le Lioran. Dieser Erfolg zählt weiterhin zu den eindrucksvollsten Bergsiegen des Dänen gegen seinen großen Rivalen.

UAE kann sich darauf beschränken, das Gelbe Trikot zu verteidigen, oder die Etappe zu einer weiteren Machtdemonstration machen. Visma muss das Rennen dagegen bereits vor dem Pertus verschärfen, wenn das Team Pogačar isolieren will. Auch die unmittelbar hinter dem Spitzenduo platzierten Klassementfahrer müssen entscheiden, ob sie den Favoriten folgen oder deren gegenseitige Bewachung für einen Überraschungsangriff nutzen.

Da die Etappe am französischen Nationalfeiertag stattfindet, dürften zudem zahlreiche einheimische Fahrer den Sprung in die Ausreißergruppe suchen. Eine Fluchtgruppe hat durchaus Chancen auf den Tagessieg. Die Erinnerung an 2024 und die aktuelle Lage im Gesamtklassement rücken dennoch ein weiteres direktes Duell zwischen Pogačar und Vingegaard in den Mittelpunkt.