Julian Alaphilippe beendet eine außergewöhnliche Karriere
Julian Alaphilippe hat im Alter von 34 Jahren seinen sofortigen Rücktritt vom professionellen Radsport bekannt gegeben. Damit endet eine der markantesten Karrieren seiner Generation. Der Franzose bestätigte, dass die Schlussetappe der Tour de France 2026 in Paris sein letztes Rennen war. Er verlässt das Tudor Pro Cycling Team, obwohl sein vor der Saison 2025 geschlossener Dreijahresvertrag noch ein weiteres Jahr gelaufen wäre.
Alaphilippe begründete seine Entscheidung mit Dankbarkeit und nicht mit Bedauern. In seiner Abschiedserklärung schrieb er: „Ich habe alles gegeben, und der Radsport hat mir alles zurückgegeben.“ Seine letzte Saison hatte gezeigt, wie schwer es geworden war, an frühere Leistungen anzuknüpfen. Er beendete die Tour de France auf Rang 125 und versuchte mehrfach in Ausreißergruppen, zu seinem offensiven Stil zurückzufinden, blieb aber ohne weiteren Sieg.
Seine Bilanz umfasst 45 Profisiege und einige der prägendsten Leistungen des modernen französischen Radsports. 2020 wurde er in Imola Straßenweltmeister und verteidigte das Regenbogentrikot 2021 in Leuven. Dazu gewann er 2019 Mailand–Sanremo und Strade Bianche, dreimal La Flèche Wallonne sowie 2018 die Clásica San Sebastián.
Die Tour de France nahm in seiner Laufbahn einen besonderen Platz ein. Alaphilippe gewann sechs Etappen, 2018 die Bergwertung und trug bei seiner außergewöhnlichen Tour 2019 insgesamt 14 Tage das Gelbe Trikot, ehe er die Rundfahrt als Fünfter beendete. Außerdem gelangen ihm Etappensiege in allen drei Grand Tours: 2017 bei der Vuelta a España, 2024 beim Giro d'Italia und sechsmal bei der Tour.
Nach elf Saisons in der Quick-Step-Struktur wechselte Alaphilippe 2025 zu Tudor, um ein neues Kapitel zu beginnen. Nach mehreren schweren Stürzen wurden seine Ergebnisse unbeständiger, doch sein Angriffsinstinkt und seine Stärke an kurzen, steilen Anstiegen blieben sein Markenzeichen. In Erinnerung bleiben nicht nur zwei Regenbogentrikots und große Klassiker, sondern auch ein offensiver Fahrstil, der Rennen immer wieder grundlegend veränderte.